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Haltung bewahren gegen die Widerstände vieler

Staatsminister Dr. Markus Söder zu Gast in der Stadtkirche Bayreuth - Bericht und Foto: mk-Stadtkirche


Dr. Markus Söder bei seinem Vortrag am 22. Juni 2017 in der Stadtkirche "Was es heute heißt, protestantisch zu leben".

Jutta Geyrhalter verabschiedete den Staatsminister mit der Festschrift "Auf den Tag".

Auch die Letztveranstaltung zur Reihe „Was es heißt, protestantisch zu leben“ in der Stadtkirche leitete Jutta Geyrhalter vom Evangelischen Bildungswerk. Zu Gast am Abend des 23sten Juni 2017 war der Staatsminister für Finanzen sowie Landesentwicklung und Heimat, Dr. Markus Söder, der darüber Auskunft gab, welche Rolle der Glaube in seinem Leben spielt.

 

Die Mutter von Dr. Markus Söder hatte in seiner Kindheit mit dem Jungen gebetet. Wenn der Vater in die Kirche ging, betete der zu Beginn: „Lieber Gott, mach´s flott!“, witzelte der Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung und Maurersohn. Den Tod seiner Mutter bezeichnete Dr. Söder als Wendepunkt in seinem Glaubensleben. Die Begleitung und Nächstenliebe der Sterbenden durch eine Krankenschwester beeindruckte ihn.

 

In einem Hauskreis lernte Dr. Söder, über den Glauben zu reden. Im Gebet entdeckte er die Kraft, sich anzunehmen mit Stärken und Schwächen und dadurch auch die Kraft andere anzunehmen.

 

Die Bibel empfahl der Referent den Anwesenden im Auto auf CD anzuhören, wenn diese mit Professionalität auf gesprochen sei. Den Finanzminister beeindruckte beim Hören, dass der Gott der Bibel kein „Schuldenkonto“ führe, das es zu tilgen gäbe, sondern dass er einen annehme, weil man existiert. Die Bibel sei eine frohe Botschaft, auch wenn man durch Pfarrer in der Kirche den Eindruck vermittelt bekommt, die Last der Welt laste auf deren Schultern.

 

Glaube ist für das Mitglied der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern zunächst Teil der Privatsphäre, dann aber auch der Öffentlichkeit. Sie muss Volkskirche sein, die sich auf Mission ausrichtet. Den Streit zwischen den Konfessionen rechnete Dr. Söder der Vergangenheit zu. Es gelte vielmehr im Dialog der Religionen den Respekt vor dem eigenen Glauben neben dem gegenüber den anderen Religionen aufzubringen. Im Blick auf das Internet und die Chancen für eine Missionskirche hob Söder Luther hervor, der den Glauben aus den Hinterzimmern herausgebracht habe. „Heute wäre Luther ein Digital-Champion gewesen und kein Sozialrevolutionär.“ wie sich Dr. Söder von anderen Lutherinterpreten absetzte. Er habe Haltung gegen Widerstände vieler bewahrt, "da Konsens eben auch Nonsens sein könne." wie Dr. Söder das Auftreten Luthers auf dem Wormser Reichstag 1521 auf die die Konsensprozesse der Gegenwart hin auslegte.

 

Kirche müsse ferner der Wissenschaft verpflichtet sein. „Physik“ ist für ihn kein Zufall. Die Welt sei vielmehr eine Schöpfung eines Gottes, der sich in den Völkern verschiedener Zeiten und Epochen finden lässt. Das Ganze des Universums empfände der Referent als eine Wüste, wenn man nach dem Tod nichts mehr wüsste.

 

Auch bei Verwundungen, die man bei Gelegenheit in der Politik erleide, half dem Politiker und Christ bisher der Glaube. Es gehöre zu Pragmatik des Berufsalltags, dass man vergibt; da man ja auf anderen Feldern wieder zusammenarbeiten muss. Mit einer Differenzierung beschloss Dr. Söder der Vortrag: Verzeihen sei eine Tugend des Christentums. Vergessen stehe anderswo.

 

Jutta Geyrhalter verabschiedete Dr. Söder nach der Aussprache mit dem Auditorium mit der Festschrift zur Wiedereröffnung der Stadtkirche „Auf den Tag“ und beendete die Reihe mit Gästen als Mitgliedern sowohl der Landessynode also auch einer der vier Parteien des Bayerischen Landtages.